Schulreise „Gemmipass“ – 2a Sek P

8:30 trafen wir uns am HB, Solothurn. Jeder mehr oder weniger fröhlich. Nachdem alle da waren, begaben wir uns auf das Gleis 9. Wir hatten Glück, denn kurz nachdem wir auf dem Gleis angekommen waren, fing es zuerst an zu nieseln und kurze Zeit später schüttete es regelrecht. Nachdem der Zug eingetroffen war, stiegen wir ein und setzten uns. Wir fuhren nach Bern, wo wir umsteigen mussten und Herr Altermatt hinzustieg. Ich hörte viel Gelächter und auch sonst schien die Stimmung eher ausgelassen zu sein. Die Lehrer hatten sich unterdessen zu einer Besprechung zurückgezogen. Vereinzelt schnappte ich von meinen Freunden Gespräche auf, die sich um „Hotspot“ oder Musik drehten.

Als wir in Kandersteg angekommen waren ging’s ans Wandern. Die Lehrer vorneweg, wir hinterher. Ein Stück vor der Gondelbahn erzählten Felix, Luca und Tomke etwas über Kandersteg. Sie konnten es auswendig vortragen, was mich ziemlich beeindruckte.

11:45 ging es mit der Gondelbahn in die Höhe. Als Witz wurde uns gesagt, dass es oben kein Internet gäbe, was eine große Schreibattacke bei den meisten auslöste. Oben angekommen gab es fast punkt 12:00 Mittagessen, welches etwa 30 Minuten dauerte. Es war lustig zu sehen, wie alle Mädchen wie Hühner in einer Reihe saßen und die Jungs vor ihnen hin und her stolzierten. Schon da konnte man eigentlich nur Nebel sehen. All die schöne Aussicht versank im Weiß. Danach wurde eine ziemlich lange Zeit nur gelaufen und wenn der Nebel sich lichtete Fotos geschossen. Der Wendepunkt kam, als es plötzlich wie aus Kübeln schüttete und der Nebel sich verzog. Das Restaurant Schwarenbach, unser Nachtquartier, lag hinter einem Hügel und die einzige Motivation dort raufzukommen war, dass man sich trockene Sachen anziehen konnte.

Irgendwann kurz vor oder nach 14:00 kamen wir dann im Restaurant an. Alle waren durchgefroren und nass bis auf die Knochen. Bei mir hatten selbst die Regenjacke und die eigentlich wasserabweisenden Schuhe den Geist aufgegeben. Wir wurden auf unsere Zimmer verteilt, haben trockene Sachen angezogen und dabei festgestellt, dass auch die Rucksäcke durchgelassen hatten. Um 14:30 hatte sich mehr als die Hälfte der Klasse im Essraum versammelt und Spiele gespielt. Irgendwann kam jemand auf die sensationelle Idee, wir sind ja Schweizer, dann können wir ja jassen. Weit gefehlt. Es war zuerst sehr komisch, weil man zuerst all diese Regeln, Trümpfe, keine Trümpfe und so weiter, nicht so ganz versteht. Unsere Grupp hatte es ziemlich lustig. Keiner konnte das Spiel spielen und Luca schaffte es daraus ein Comedy-Programm zu machen. Wir haben uns weggeschmissen vor Lachen. Auch Nora, die uns eigentlich helfen wollte, ist verzweifelt. Danach haben wir ein Jassturnier gemacht. Es war zu erwarten, dass das ziemlich chaotisch werden würde. Aber, wir hatten auch unseren Spaß!

Später, kurz nach Turnier, ereignete sich ein kleiner Unfall. Wir hatten uns in unser Zimmer zurückgezogen, als plötzlich die Türe nicht mehr aufging. Wir haben um Hilfe geschrien und die Jungs haben darauf reagiert. Sie stemmten die Türe auf, aber mit solcher Wucht, dass sie Nora am Kopf traf und ihr eine leichte Gehirnerschütterung verpasste. Das lustige Abendessen (wir wurden ermahnt leiser zu lachen) wurde mit zwei Vorträgen abgeschlossen. Einen über den Lötschbergtunnel und einen über das Hotel Schwarenbach. Beide waren sehr informativ. Der gesamte Abend wurde mit einer chaotischen Partie Werwölfeln beendet. Die ganze Zeit wurde gelacht und geredet, sodass man die ganze Zeit unterbrechen mussten.

Nachdem das Licht gelöscht war, haben wir natürlich noch geredet, was leider nicht so gut ankam. Die Strafpredigt führte dazu, dass wir ruhiger wurden, dafür konnte man nun die Jungs noch besser hören, die anscheinend wieder einmal streiten mussten. In der Nacht bin ich alle 2 Stunden aufgewacht, wobei ich anscheinend nicht die einzige war, und habe festgestellt das jemand die Magendarmgrippe hatte. Wer wohl? Ich.

Der Morgen war für mich nicht so schön. Zu sehen, wie alle anderen etwas Feines essen konnten, machte mich fast wahnsinnig. Um 09:00 hieß es wieder wandern, Nebel, wandern, Schaf, wandern, Nebel, mit den Anderen über Filme diskutieren, Nebel, wandern und so weiter und so fort…

In der Gondelstation durften wir uns ein Getränk bestellen und danach ging es runter. Auf der Fahrt hatte man, wenn sich der Nebel für ein oder zwei Sekunden lichtete, einen atemberaubenden Anblick.

Unten angekommen ging es, nach einem kurzen Stopp in einem Migro, ins Leukerbad. Es tat extrem gut nach dem ganzen Wandern einfach nur zu entspannen. Der Badespaß ging leider viel zu schnell wieder vorbei. Wir liefen zur Busstation und lauschten spannenden Vorträgen über Leukerbad und den Gemmipass. Danach hieß es einsteigen und fahren. Auch hier hat mich die Schweizer Natur wieder einmal ziemlich beeindruckt. Manchmal war es auch ziemlich steil und deshalb war ich froh, als wir ausstiegen, zum Bahnhof zottelten, auf den Zug warteten und ihn schließlich betraten. Im Zug nach Bern hatten wir aber kein Abteil für uns allein. Eine andere Klasse hatte es auch gebucht und so unterhielt man sich prächtig. Die ganze Fahrt war ziemlich kurzweilig.

In Bern verabschiedeten wir uns von Herrn Altermatt und rannten schon fast zum Zug nach Solothurn, da wir nur 10 Minuten zum Umsteigen hatten. Diese Fahrt war eher ruhig. Vermutlich, da sich jeder auf sein Zuhause freute. Das einzig nennenswerte war ein kleines Mädchen, das sich mit Herrn Stephani unterhielt und dabei ziemlich viel Spaß hatte. Wie vorhergesehen kamen wir um 17:45 in Solothurn an. Ich verabschiedete mich von meiner Klasse trotz all den „Katastrophen“ mit einem guten Gefühl und dem Wissen, dass ich diese Schulreise niemals vergessen werde.

Lotta Butters 2aP


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.